Hausgebackene Untreue!

In unserer schnelllebigen Zeit, in der moderne Kommunikationstechnologien zu einem festen Bestandteil geworden sind, unter anderem das Web 2.0, ist die Wechselbereitschaft der Kunden so groß wie nie. Nennen wir diese Kunden hier einmal ganz salopp “Fluchtkunden”“Network-Hüpfer” oder irgend ein anderes Pseudonym, was hierzu passend ist.

Es schleicht sich also nach und nach immer schneller eine Art von Unbeständigkeit in das Geschehen, weil sich Kunden oder Geschäftspartner bevorzugt untereinander beraten oder austauschen und nicht mehr in besonderer Weise auf glaubhaft polierte Hochglanzbroschüren setzen.

Eigentlich ist diese Untreue hausgebacken, denn die Unterschiede von Produktangeboten werden überwiegend im Preis und den Kosten zur Geltung gebracht. Synonym können wir diese Untreue in einem besonderen Maß auf das Internet-Business oder Internet-Marketing projezieren und hier bevorzugt im Network-Marketing.

Augen auf, Ohren spitzen …!

Wer sich mit offen Augen und bei klarem Verstand einmal im Internet umschaut, Produkt- und Businessangebote diverser Branchen-Webseiten genau unter die Lupe nimmt, wird sehr bald feststellen, dass sich die Inhalte sehr ähnlich sind. Der wesentliche Unterschied ist lediglich an der Art der Verpackungen auszumachen, also auf welche Weise die Produkte und Angebote mit welchen Werbebotschaften und mit welcher Marketing-Strategie schmackhaft gemacht werden. In der Regel wird damit die Zielvorgabe  (Neu)-Kundengewinnung sowie Produktverkauf verknüpft.

Im Bereich Internet-Marketing stützt sich das Gewinnstreben von Kontaktanbahnung, Kundengewinnung und Produktivitätsgeschehen sehr häufig auf die Implementierung automatisierter Web-Systeme oder Web-Tools wie z. B. Autoresponder, Downline- oder Leadbuilder. Im Sinne und zum Zweck der Kundengewinnung gleichwohl der Förderung des Produktverkaufs, werden diese unpersönlichen Automations-Systeme zum Teil mit motivierender Leidenschaft eingesetzt.

An dieser Stelle sollte die ernsthafte Frage erlaubt sein: “Wie bitte schön können wir über automatisierte Systeme die  Sympathie, das Vertrauen und die Loyalität anderer Menschen gewinnen? Meines Wissens sind die Attribute essentielle Bestandteile dafür, freundschaftlich verbindende Beziehungen, fruchtbare, gewinnende und zuverlässige Geschäftsverbindungen aufzubauen, die auf einen langfristigen Bestand ausgerichtet sind.

Ich persönlich vertrete unter Berücksichtigung einer objektiven, selbstkritischen Sichtweise und der Erkenntnis eigener Verhaltensprinzipien aus Überzeugung die Meinung, dass solche Automations-Systeme die schon eindeutig überforderte Wechselbereitschaft weiter forciert.

Die Jagd nach Neukunden

Der knallharte Wettbewerb fordert geradezu die “Jagd nach Neukunden” heraus! Diese Jagd steuert mehr und mehr in die Bahnen der Befremdung, der Belästigung und Überreizung. Fast jedes Mittel ist recht, mit Hilfe neuester Werbe- und Marketing-Strategien auf Kundenfang zu gehen.

Es werden schmackhafte Köder ausgelegt und Verlockungen versprüht, denn potentielle Kundeninteressenten kauf en ja scheinbar nichts mehr, wenn die Produkt- und Angebotsofferten  keine smarten, geldwerten oder sogar kostenlose Geschenke, Sonderrabatte oder spezielle Sonderkonditionen zur Folge haben. Diese Art der Kundengewinnung und des Produktverkaufs ist für mich persönlich befremdend, wenn nicht sogar mit einem negativem Touch angehaucht.

Ich für meine Wenigkeit schätze differenzierte Faktoren beim Erwerb von Produkten, wie Qualität, Preis- und Leistung, einen freundlichen, zuverlässigen Service, Kommunikationsbereitschaft, gute Erreichbarkeit sowie zügige Hilfe bei Problemlösungen und kundenorientierte Bestandspflege. Dem Bestandskunden schenkt man heute bevorzugt leider nur im Backoffice Aufmerksamkeit. Sozusagen der  Kunde 2. Klasse!

Betrachten wir es gleich einmal von der anderen Seite und fragen uns was wäre, wenn “wir den Bestandskunden für seine Treue belohnen? … denn diese Kunden sind die wichtigsten Bestandsträger und fördern den strategischen, langfristig ausgerichteten Erfolg eines Unternehmens!”

Es ist also höchste Eisenbahn für ein Umdenken, dieses so oft wie möglich anzuregen und darüber nachzudenken, dass veraltete Marketing-Verhaltensweisen in die Schublade gehören, weil es schon längst neue Erkenntnisse im Bereich der Hirnforschung gibt, die für die oben angeführten Attribute Loyalität, Sympathie und Vertrauen von essentieller Bedeutung sind.

An dieser Stelle noch eine wichtige Anmerkung, die den Unterschied von Kundenbindung und Kundenloyalität verdeutlicht. Kundenbindung wird durch spezifische Aktionen erzwungen, Kundenloyalität hingegen stützt sich auf eine besondere Art der menschlichen Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Somit sollte ausnahmslos jeder, der erfolgreich ein Internetgeschäft betreiben will insbesondere darauf achten, durch welche Feinheiten und Besonderheiten dauerhafter Erfolg oder Misserfolg geprägt sein könnten.

Ich stelle zu dem die These in den Raum, in wie weit sich Social Media Web 2.0 für den produktiven Verkaufserfolg sowie die Gewinnung neuer Geschäftspartner eignet bzw eignen wird? Diese These darf jedoch nicht damit in Zusammenhang gebracht werden, in welchem Umfang die Unternehmer oder ein Geschäft Aufmerksamkeit auf sich lenken können. Der Faktor “Aufmerksamkeit wecken” ist jedoch logischerweise nicht gleich produktiver Gewinn sondern lediglich der Ansatz dazu.

Weiter kann als Positiv gewertet werden, dass der Erfolg einer Webseite nicht mehr maßgeblich vom Ranking bei Google abhängig ist, sondern vielmehr von der intelligenten Zuführung potentieller Kunden über das Web 2.0 geformt wird. (lt. Studie des amerikanischen Web-Analysten Compete Inc.)


  • Autor: Uwe Altrichter
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